Lage, Geschichte und architektonische Haltung
Hoch über dem Dorf Tiers in Südtirol, auf einer sonnigen Lichtung mit weitem Blick auf die Dolomiten, liegt der Ansitz Velseck. Das Ensemble gruppiert sich um einen historischen Ansitz, dessen bauliche Substanz sorgfältig erhalten wurde. Ziel des Projekts war es nicht, einen Bruch zu erzeugen, sondern die Geschichte des Ortes weiterzuerzählen und zugleich Raum für zeitgemäße Nutzung zu schaffen. Architektur versteht sich hier als leiser Vermittler zwischen Vergangenheit, Landschaft und Gegenwart.
Behutsame Erweiterung in die Topografie
Die neuen Gästezimmer und der Wellnessbereich wurden behutsam in eine Öffnung des Hangs hineingeschoben. Die bestehende Grasdecke wurde lediglich angehoben, um die natürliche Topografie weitgehend zu bewahren. Über filigrane Stege treten die neuen Baukörper in einen zurückhaltenden Dialog mit den historischen Strukturen. Haupthaus, Wirtschaftsgebäude und Kapelle blieben unangetastet, während ein neu gefügter Turm aus unbehandeltem Holz und Glas das Ensemble ergänzt.
Räume des Innehaltens
Im Inneren eröffnet sich eine ruhige, lichtdurchflutete Raumwelt. Speisesäle, ein neu interpretiertes Restaurant und der Wellnessbereich mit Schwimmbad schaffen Orte des Innehaltens und der Entschleunigung. Großzügige Fensterflächen lassen Berge, Himmel und Natur Teil des Innenraums werden, ohne aufdringlich zu wirken. Die Architektur tritt bewusst in den Hintergrund und rahmt das Erlebnis der Landschaft.
Materialität mit Würde
Die Materialwahl folgt einer ehrlichen, zeitlosen Haltung. Lärchenholz, das mit der Witterung reift, Sichtbeton mit ruhiger Präsenz und großflächige Verglasungen bestimmen das Erscheinungsbild. Die Gestaltung orientiert sich nicht an kurzlebigen Trends, sondern reagiert sensibel auf Ort, Klima und Bestand. Zurückhaltung, Würde und konstruktive Klarheit prägen den architektonischen Ausdruck des Ansitzes Velseck.


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