Architectural Design

rommel, wagenpfeil architekten - Wohn- und Atelierhaus JES

Das Wohn und Atelierhaus JES in Winnenden von rommel, wagenpfeil architekten ist eine zeitgenössische Interpretation einer regionalen Feldscheune. Das Projekt verbindet nachhaltige Materialien, klare Architektur und ein durchdachtes Raumkonzept und wurde bei den Real Estate Architecture Awards 2026 ausgezeichnet.

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rommel, wagenpfeil architekten gewinnt mit Wohn und Atelierhaus JES in Winnenden

Das Wohn und Atelierhaus JES in Winnenden von rommel, wagenpfeil architekten wurde bei den Real Estate Architecture Awards 2026 ausgezeichnet. Das Gebäude vereint Wohnen und Arbeiten unter einem Dach und fügt sich als klar strukturierter Baukörper maßstäblich in eine bestehende Baulücke ein.

Neuinterpretation einer regionalen Typologie

Das Gebäude wurde als zweigeschossiges Satteldach Langhaus entwickelt und orientiert sich an der ortstypischen Bebauung. Die Architektur versteht sich als zeitgenössische Interpretation einer klassischen Feldscheune. Reduktion, Funktionalität und eine klare Formensprache prägen den Baukörper und verankern ihn im Kontext des Ortes.

Patiohof als räumliches Bindeglied

Die Südausrichtung zur Straße erforderte eine differenzierte Lösung für Privatheit und Freiraum. Ein ergänzendes Nebengebäude entlang der Grundstücksgrenze bildet gemeinsam mit dem Haupthaus einen geschützten Patiohof.

Dieser fungiert als Entrée, strukturiert die Bereiche zwischen öffentlich und privat und schafft eine hohe Aufenthaltsqualität im Außenraum.

Materialität und Rückbaubarkeit

Das Gebäude wurde konsequent mit dem Ziel maximaler Recyclierbarkeit entwickelt. Es kommen überwiegend sortenreine und natürliche Materialien zum Einsatz. Sichtbeton mit handwerklicher Oberfläche, Naturkautschukböden sowie Fenster aus heimischen Hölzern mit wasserbasierter Lasur prägen das Gebäude.

Der Einsatz von Verbundstoffen sowie chemischen Klebstoffen wurde weitgehend vermieden, um eine spätere Trennbarkeit und Wiederverwertung der Materialien zu gewährleisten.

Fassade und Energie als integrales Konzept

Die hinterlüftete Holzfassade besteht aus heimischem Nadelholz und wurde durch das japanische Shou Sugi Ban Verfahren behandelt. Durch das gezielte Verkohlen entsteht eine widerstandsfähige Oberfläche, die ohne chemische Zusätze dauerhaft geschützt ist und gleichzeitig die gestalterische Anmutung einer traditionellen Feldscheune aufnimmt.

Das Energiekonzept basiert auf einer Photovoltaikanlage in Kombination mit einer Luft Wasser Wärmepumpe. Durch intelligentes Energiemanagement erreicht das Gebäude eine Energieautarkie von rund 60 bis 70 Prozent und leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Gebäudetechnik.

© Zooey Braun